Haushaltsbuch führen – (k)eine mühsame Angelegenheit

Kennen Sie das? Sie öffnen Ihr Portemonnaie und stellen fest, dass weniger Geld drin ist, als Sie dachten. Oder Sie checken Ihren Kontostand und fragen sich, warum Ihr Guthaben geringer ist als nach Ihrer überschlägigen Kalkulation? Wenn Sie genau nachdenken, dann fallen Ihnen all die Ausgaben ein, die Ihren Kontostand geschmälert haben. Vielleicht beschleicht Sie dann der Gedanke, doch einmal genauer Buch zu führen, damit Sie wissen, wofür Sie Ihr Geld eigentlich ausgeben.

Aber das gute alte Haushaltsbuch verursacht bei vielen Menschen erst einmal Widerwillen. Es gilt als altbacken, spießig, anstrengend, langweilig und öde, denn es erinnert uns an die Sparnormen aus früheren Zeiten, als dem Konsum fast noch etwas Ruchhaftes und Unserioses anhaftete. Heute ist unser Umgang mit Geld lässiger und freizügiger geworden, wie sich ja auch die Welt der Finanzen in den letzten Jahrzehnten komplett verändert hat. Dem Haushaltsbuch aus früheren Tagen sind längst die alten Zöpfe abgeschnitten und unserem heutigen Umgang mit Geld angepasst worden.

Wie Sie das Haushaltsbuch heute für sich nutzen können, um einen Überblick über Ihre Finanzen zu erhalten und zu verstehen, wo Ihr Geld bleibt, lesen Sie:

Das Prinzip – Wie führe ich ein Haushaltsbuch?

Das Prinzip der Haushaltsbuchführung hat sich tatsächlich seit Urzeiten nicht geändert: In einem Plan werden monatliche Einnahmen und Ausgaben notiert, so dass sich leicht feststellen lässt, ob vom Einkommen noch etwas übrig bleibt oder zu viel Geld ausgegeben wird. Für eine überschlagsmäßige Kalkulation reicht erst einmal ein einfacher Haushaltsplan. Eine Vorlage für solch einen Plan können Sie sich hier  herunterladen: Haushaltsplan2017

Wenn Sie nicht wissen, wofür Sie Geld ausgeben und wie hoch Ihre Ausgaben für einzelne Konsumbereiche sind, dann lohnt es sich, die Ausgaben eine Zeitlang aufzuschreiben. Gehen Sie dabei  folgendermaßen vor:

Zuerst schreiben Sie alle festen Ausgaben auf. Holen Sie dazu Ihre Kontoauszüge und Unterlagen hervor und notieren Sie sich die Ausgaben, die regelmäßig von Ihrem Konto abgebucht werden. Auch die Ausgaben, die Sie ohnehin im Kopf haben, können Sie schon einmal aufschreiben. Am besten ist es, die Ausgaben pro Monat zu erfassen. Nun fallen ja Versicherungsbeiträge, der Rundfunkbeitrag oder Vereinsbeiträge nicht monatlich, sondern viertel- oder halbjährlich an. Da ist es am einfachsten, diese Gebühren auf den Monat umzulegen, also zum Beispiel den Runkfunkbeitrag, der alle 3 Monate abgebucht wird, durch 3 zu teilen. Wenn Sie die Ausgaben notiert haben, die immer in gleicher Höhe anfallen, ist schon ein erster großer Schritt getan.

Schwieriger wird es mit den Ausgaben, die immer unterschiedlich hoch sind: Ausgaben für Lebensmittel, Kleidung, Drogerieartikel, Ausgehen und und und. Diese Ausgaben sollten Sie möglichst dann aufschreiben, wenn Sie das Geld ausgeben. Also Kassenzettel aufheben und abends in Ihr Haushaltsbuch eintragen.

Das hört sich nach viel Arbeit an und kostet am Anfang erst einmal Zeit. Aber es lohnt sich! Sie werden nach kurzer Zeit einen Überblick über Ihre privaten Finanzen gewinnen – und dann können Sie die Haushaltsbuchführung auch wieder ruhen lassen.

Online-Tools und Apps – Moderne Versionen des Haushaltsbuchs

Machen Sie sich die Buchführung so einfach wie möglich! Wenn Sie Ihre Ausgaben auf Papier aufschreiben möchten, dann geben Sie kein Geld für teure Vorlagen aus. Sie können sich kostenlos Haushaltsbücher bei der Beratungsstelle Geld und Haushalt bestellen. Sie können Ihre Ausgaben auch auf dem Computer in Excel-Tabellen eintragen, wenn Stift und Papier nicht Ihre Sache sind. Noch einfacher sind Apps auf Ihrem Smartphone, mit denen Sie alle Ausgaben erfassen können – besonders praktisch, wenn Sie gerade in der Mittagspause einen Mittagsimbiss und einen Kaffee bezahlt haben. Dann können Sie die Ausgaben gleich protokollieren, denn Ihr Smartphone haben Sie sicherlich bei sich. Es gibt einige kostenlose Apps, die meist vollkommen ausreichen, beispielsweise der Haushaltsplaner des VerbraucherService Bayern.

Referenzbudgets – Wie hoch sind die Ausgaben im Durchschnitt?

Wenn Sie wissen wollen, ob sich Ihre Ausgaben im ‚normalen‘ Rahmen bewegen oder wie viel man denn so im Durchschnitt für bestimmte Konsumbereiche ausgibt, empfehle ich Ihnen die sogenannten Referenzbudgets. Das sind Durchschnittszahlen für Ausgaben, die eine Orientierung geben können. Ein Beispiel: Eine Familie mit zwei kleinen Kindern gibt durchschnittlich zwischen 500 und 600 EUR pro Monat für Lebensmittel aus; ein Single benötigt etwa 100 EUR pro Monat für Bekleidung.
Die Zahlen sagen nicht, wie viel Geld man für diese Dinge ausgeben soll. Sie geben vielmehr einen Richtwert an, wie hoch die Ausgaben durchschnittlich in Deutschland liegen. Natürlich gibt es große Unterschiede in den Konsumausgaben: Je nachdem was einem wichtig ist, gibt man für bestimmte Dinge (Biolebensmittel, Kleidung, Hobbys) mehr Geld aus als andere. Diese Referenzzahlen können Sie auf der Internetseite der Beratungsstelle Geld und Haushalt abrufen. Außerdem können Sie in dem Online-Tool Angaben zu Ihrer eigenen Lebenssituation machen und nachlesen, wie hoch die durchschnittlichen Ausgaben von vergleichbaren Haushalten sind.

Noch ein Tipp: Das Statistische Bundesamt erfasst alle 5 Jahre in einer großen Umfrage die Konsumausgaben der Menschen in Deutschland. Das ist die Einkommens- und Verbrauchsstichprobe (EVS).  Die nächste findet im kommenden Jahr statt. Dafür werde Freiwillige gesucht, die an der Stichprobe teilnehmen. Wenn Sie also einen Überblick über Ihre finanzielle Situation gewinnen wollen, dann machen Sie bei der EVS 2018 mit! Sie erhalten Unterlagen für die Haushaltsbuchführung, bei der Sie 3 Monate durchhalten müssen. Und anschließend gibt es eine Geldprämie für Ihre Teilnahme.

Zum Schluss: Wenn Sie Ihr Haushaltsbudget mit professioneller Unterstützung anschauen und wissen wollen, wie Sie am besten mit Ihr Geld einteilen, dann rufen Sie mich an! Ich berate Sie sehr gerne.

 

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